Notizen eines Dorforganisten
„Ich möchte schon gern ein großer Organist sein, mit flinken Fingern, die dreizehntönige Brücken über die Tasten in Sekundenschnelle aufbauen und wieder demontieren und dies gleich anderen Orts, so . . . drei Oktaven weiter oben, wiederholen, worauf die Schweizer Pontoniere sich ob solcher Schnelligkeit im Brückenschlagen wie der letztqualifizierte Zahnarzt in diesem Lande vorkommen, der in mühseliger Arbeit endlich nach viereinhalb Stunden eine Brücke über zwei Zahnlücken – von dreizehn gar nicht erst zu reden – zustande gebracht hat, die man in der Elektrotechnik eigentlich einen Wackelkontakt nennt. Und natürlich tät

ich mir wünschen, mit meinen zwei langen, aber inzwischen sich recht ungelenk gebärdenden Beinen ein wildes Furioso aus Bewegungen über diverse Tonsprünge größten Umfanges auf die Knüppeltasten vorzulegen. Und Sie werden es nicht glauben, ich kann es sogar, ... aber nur manchmal und dann . . . im Traum. Die Wirklichkeit dagegen sieht viel bescheidener aus, ich müsste sie eher ,Über die Mühen, ein Organist sein zu wollen bezeichnen, das wäre der Sache angemessener.